Ob Lampe tauschen, Vorhänge aufhängen oder Dachboden erreichen, ohne sichere Aufstiegshilfe geht im Haushalt vieles nicht. Der wackelige Sessel ist dabei die schlechteste Wahl, denn Stürze aus geringer Höhe gehören zu den häufigsten Unfällen im Haus. Eine passende Leiter oder Treppe macht solche Arbeiten nicht nur sicherer, sondern auch deutlich bequemer.
Für kleine Höhen sind Tritte mit zwei oder drei Stufen ideal, sie passen zusammengeklappt in jede Nische. Stehleitern mit breiten Stufen und Ablageschale eignen sich für Malerarbeiten und Montagen an der Decke. Anlegeleitern und Schiebeleitern bringen dich an Fassade oder Dachrinne. Mehrzweckleitern lassen sich als Steh-, Anlege- oder Stiegenleiter nutzen, Teleskopleitern verschwinden kompakt im Kofferraum. Bodentreppen führen platzsparend in den Dachboden, Raumspartreppen verbinden Etagen dort, wo eine klassische Stiege keinen Platz hat.
Achte bei Leitern auf die Norm EN 131, sie legt unter anderem Belastbarkeit und Stabilität fest. Stufen sind für längeres Stehen angenehmer als schmale Sprossen. Aluminium ist leicht und rostfrei, Holz leitet keinen Strom und fühlt sich warm an, Glasfaser ist die Wahl für Arbeiten in der Nähe von Elektrik. Rutschfeste Füße, eine Spreizsicherung und bei längeren Anlegeleitern eine breite Standtraverse erhöhen die Sicherheit. Bei Bodentreppen zählen Deckenöffnung, Raumhöhe und eine gute Wärmedämmung des Deckels.
Im Einstieg findest du einfache Tritte und Stehleitern aus Aluminium, die Mittelklasse bietet Mehrzweck- und Podestleitern mit durchdachtem Zubehör, und im Premiumbereich liegen gedämmte Bodentreppen und maßgefertigte Raumspartreppen aus Holz.
Vergleiche Leitern und Treppen und finde die Aufstiegshilfe, die zu deinen Aufgaben passt.
Als Faustregel erreichst du mit einer Stehleiter etwa die eigene Körpergröße plus die Leiterhöhe, denn du stehst nicht auf der obersten Stufe. Für Arbeiten an einer 2,50 Meter hohen Decke reicht in der Regel eine Stehleiter mit fünf bis sechs Stufen. Die Hersteller geben meist eine Arbeitshöhe an, an der du dich gut orientieren kannst. Plane lieber eine Stufe mehr ein, als dich auf Zehenspitzen strecken zu müssen.
EN 131 ist die europäische Norm für tragbare Leitern und regelt Maße, Belastbarkeit und Prüfverfahren. Leitern nach dieser Norm sind für eine Last von 150 Kilogramm ausgelegt. Seit der Überarbeitung wird zwischen Leitern für den privaten und den beruflichen Gebrauch unterschieden, und Anlegeleitern über drei Meter brauchen eine verbreiterte Standfläche. Ein entsprechendes Etikett auf der Leiter zeigt dir, dass sie diese Anforderungen erfüllt.
Zuerst misst du die Deckenöffnung und die Raumhöhe vom Boden bis zur Decke, denn beides muss zum Modell passen. Führt die Treppe in einen unbeheizten Dachboden, ist ein gut gedämmter und luftdichter Deckel wichtig, sonst entweicht viel Wärme. Holztreppen sind klassisch und angenehm zu begehen, Scherentreppen aus Metall brauchen besonders wenig Platz. Ein Handlauf und breite Stufen machen das Tragen von Kisten deutlich sicherer.
Der richtige Anstellwinkel liegt zwischen 65 und 75 Grad, viele Leitern haben dafür eine Markierung an der Seite. Eine einfache Probe ist, dich mit den Fußspitzen an die Leiterfüße zu stellen und die Arme waagrecht auszustrecken, dann solltest du die Sprosse gerade erreichen. Der Untergrund muss fest und eben sein, auf losem Boden helfen Erdspitzen. Die Leiter sollte außerdem mindestens einen Meter über die Austrittsstelle hinausragen.