Ein guter Obstbrand, ein gereifter Whisky oder ein Kräuterlikör nach dem Essen verdient mehr als irgendein Glas aus dem Kasten. Die Form beeinflusst, wie sich Aromen entfalten und wie der Brand auf die Zunge trifft. Wer Spirituosen bewusst genießt, merkt schnell, dass das passende Glas den Unterschied macht, beim Stamperl für die Runde ebenso wie beim edlen Verkostungsglas.
Das klassische Stamperl ist klein, gerade und fasst meist zwei bis vier Zentiliter, perfekt für einen schnellen Schnaps unter Freunden. Tulpenförmige Nosing-Gläser verengen sich nach oben und bündeln die Aromen, sie eignen sich für Edelbrände, Whisky und Rum. Kurze Stielgläser wirken festlich und verhindern, dass die Hand den Brand erwärmt. Cognacschwenker mit bauchiger Form laden zum langsamen Genießen ein, dickwandige Tumbler sind für Whisky auf Eis oder Longdrinks gemacht. Likörgläser haben einen kleinen Kelch und einen feinen Stiel.
Beim Material steht Kristallglas für Brillanz und einen feinen, dünnen Rand, heute ist es in der Regel bleifrei und dennoch sehr klar. Einfaches Kalk-Natron-Glas ist robuster und günstiger, ideal für den häufigen Gebrauch. Ein Eichstrich zeigt die genaue Füllmenge an, was in der Gastronomie Pflicht ist und auch zu Hause praktisch sein kann. Achte auf die Angabe zur Spülmaschinenfestigkeit, dünnwandige Gläser werden am besten von Hand gewaschen. Ein schwerer Boden sorgt für einen sicheren Stand am Tisch.
Einfache Stamperl-Sets gibt es sehr günstig, in der Mittelklasse findest du Nosing- und Stielgläser aus spülmaschinenfestem Kristallglas, und mundgeblasene Verkostungsgläser bilden das Premiumsegment.
Vergleiche die Spirituosengläser und stoß mit dem Glas an, das zu deinem Lieblingsbrand passt.
Für Edelbrände aus Marille, Williamsbirne oder Zwetschke sind tulpenförmige Gläser mit kurzem Stiel ideal. Die bauchige Form gibt dem Brand Raum zum Atmen, während die Verengung oben die fruchtigen Aromen zur Nase lenkt. So kommt die Frucht viel besser zur Geltung als im geraden Stamperl. Fülle das Glas dabei nur zu etwa einem Drittel, damit genug Platz für das Bouquet bleibt.
Die meisten Stamperl fassen zwischen zwei und vier Zentiliter, üblich sind Gläser mit einem Eichstrich bei zwei Zentilitern. In der Gastronomie wird damit exakt ausgeschenkt, zu Hause dient der Strich als praktische Orientierung. Es gibt auch größere Varianten für doppelte Portionen oder Kräuterliköre. Für einen Degustationsabend eignen sich eher kleine Gläser, damit du mehrere Sorten probieren kannst.
Viele moderne Kristallgläser sind ausdrücklich als spülmaschinenfest gekennzeichnet und halten auch häufiges Spülen gut aus. Trotzdem kann sich die Oberfläche über lange Zeit durch aggressive Reiniger und hohe Temperaturen eintrüben. Stelle die Gläser so in den Korb, dass sie sich nicht berühren, und wähle ein schonendes Programm. Besonders dünnwandige oder mundgeblasene Gläser spülst du besser von Hand mit lauwarmem Wasser.
Für pur getrunkenen Whisky sind Nosing-Gläser in Tulpenform die beste Wahl, weil sie die komplexen Aromen gut konzentrieren. Wenn du Whisky gern auf Eis oder mit einem Schuss Wasser trinkst, ist ein Tumbler mit dickem Boden praktischer. Er liegt gut in der Hand und bietet Platz für Eiswürfel. Viele Genießer haben deshalb beide Glasformen im Kasten, je nach Anlass.